Das Pareto Prinzip: die 80:20 Methode für mehr Erfolg

Das Pareto Prinzip wurde nach seinem Entdecker, dem italienischen Ingenieur, Philosophen und Soziologen Vilfredo Pareto benannt. Dem Wissenschaftler gelang es im Laufe seiner Karriere, mehrere wichtige Entdeckungen zu machen, die heute noch während des Studiums der ökonomischen Wissenschaften gelehrt werden.

Der Ökonom aus Italien war mit einer Untersuchung zur Verteilung des Landbesitzes in seinem Heimatland beschäftigt, als er herausfand, dass sich circa 80 Prozent des Gesamtvermögens im Besitz von nur 20 Prozent der Bevölkerung befanden. Dieser Tatsache ging er auf den Grund und schuf dabei das Pareto Prinzip, das auf dem Grundsatz 80:20 beruht.

Fehlerquellen finden mit dem Pareto Prinzip

Wende das Pareto Prinzip an Rund 50 Jahre nach der Entwicklung des Pareo Prinzips wurde diese Methode vom US-amerikanischen Ökonom Joseph M. Juran erstmalig offiziell verwendet. Juran war ein Techniker, der als Pionier des Qualitätsmanagements gilt. Das Pareto Prinzip wurde von ihm als Basis zur Untersuchung von Fehlerquellen in Industrieunternehmen genutzt.

Dabei wurde erkannt, dass ein Großteil der Fehler, die in Unternehmen gemacht werden, auf einer niedrigen Anzahl an Fehlerquellen beruht. Dies wurde als Beweis für die Richtigkeit des Pareto Prinzips gewertet. Inzwischen wird das Pareto Prinzip in den Bereichen Marketing, Verwaltung und Vertrieb von den meisten Unternehmen weltweit genutzt.

Der Einfluss des Pareto Prinzips auf die Wirtschaft

Die Erkenntnisse des italienischen Wissenschaftlers haben bis heute großen Einfluss auf die Mikroökonomie und die Wohlfahrtsökonomik. Vilfredo Pareto beschäftigte sich darüber hinaus mit weiteren ökonomischen Themen und entwickelte anschließend die Pareto Effizienz, die auch als Pareto Optimum bezeichnet wird. Bei diesem Prinzip handelt es sich um die Beschreibung der idealen ökonomischen Situation, die erreicht ist, wenn keiner der Teilnehmer besser gestellt werden kann, ohne dass gleichzeitig ein anderer Teilnehmer schlechter gestellt wird.

Die 80:20 Methode spielt in allen Bereichen der Wirtschaft eine wichtige Rolle. Wirtschaftliche Zusammenhänge lassen sich mit dieser Denkweise besser erklären. Das Pareto Prinzip besagt beispielsweise, dass 80 Prozent des Geschäftsergebnisses mit nur 20 Prozent des Gesamtaufwandes erzielt werden. Bei den verbleibenden 20 Prozent verhält es sich umgekehrt, denn für diese Aufgaben werden 80 Prozent der Arbeitszeit benötigt.

Zu den weiteren Beispielen, die sich durch das Pareto Prinzip erklären lassen, zählt die Tatsache, dass 20 Prozent aller im Internet registrierten Websites insgesamt 80 Prozent des Datenvolumens ausmachen. In Deutschland leben rund 80 Prozent der Stadtbewohner in 20 Prozent der deutschen Städte. 80 Prozent des Straßenverkehrs findet auf 20 Prozent der Hauptstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen statt.

80 Prozent deiner Telefonanrufe am Arbeitsplatz führst du, indem du nur 20 Prozent deiner gespeicherten Telefonnummern nutzt. Diese Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen und beweisen, dass das Pareto Prinzip heute noch aktuell ist.

Pareto Prinzip und Prioritätenliste

Die Pareto Methode bildet die Basis für ein effektives Zeitmanagement. Gemäß dem Pareto Prinzip kannst du mit der Erledigung von 20 Prozent deiner Aufgaben rund 80 Prozent der Geschäftsergebnisse erzielen. Um die Prioritäten zu erkennen, solltest du eine Prioritätenliste erstellen und die wichtigsten Aufgaben, die umgehend bearbeitet werden müssen, eintragen. Mit dem Pareto Prinzip gelingt es dir, Arbeiten zu priorisieren und ihrer Wichtigkeit entsprechend anzuordnen.

Bei der Priorisierung vermeintlich dringender Aufgaben, die alle am selben Tag fertig werden sollen, lohnt es sich, eine Strategie gemäß dem Pareto Prinzip zu entwickeln und sich zunächst auf die Bearbeitung der wichtigsten Arbeiten zu konzentrieren. Dabei kann dir die 80-20-Regel als wichtige Stütze dienen. Mit 20 Prozent Arbeitseinsatz kannst du 80 Prozent des Erfolgs erzielen. Dieses Argument solltest du allerdings genauer betrachten, denn das Pareto Prinzip lässt sich nicht generell in allen Unternehmensbereichen anwenden.

Bevor du wichtige Arbeiten verschiebst, ist es sinnvoll, die Aufgaben nach ihrer Priorität zu bewerten. Die Verteilung 80:20 kann in vielen Bereichen sinnvoll sein, während sie sich in anderen Segmenten als nicht effizient erweist. Die Pareto Regel besagt zwar, dass 80 Prozent des Gesamterfolgs mit lediglich 20 Prozent des Arbeitseinsatzes erreicht werden kann, umgekehrt musst du aber für 20 Prozent Erfolg circa 80 Prozent Einsatz aufwenden. Aufgaben mit wenig Einsatzbereitschaft zu lösen, ist nur sinnvoll, wenn es sich um Routinearbeiten handelt, die keine besonderen Kenntnisse erfordern und nebenbei erledigt werden können.

Ist das Pareto Prinzip ein allgemein gültiges Konzept?

Qualität ist wichtiger als Quantität, wenn es darum geht, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Setze Prioritäten und beginne morgens, wenn du ausgeruht und frisch bist, mit der Bearbeitung schwieriger Projekte. In den letzten Arbeitsstunden vor dem Feierabend, wenn du bereits müde bist und dich nicht mehr so gut konzentrieren kannst, solltest du einfache Aufgaben mit einer niedrigen Prioritätsstufe abarbeiten. Bemühe dich trotzdem, fehlerfrei und strukturiert zu arbeiten. Aufgaben, die wenig Zeit in Anspruch nehmen, solltest du immer sofort erledigen.

Wenn du deine Produktivität erhöhen und ein besseres Arbeitsergebnis erzielen willst, solltest du in deinem Wochenplan auch notieren, will viel Zeit du für die Bearbeitung jeder einzelnen Aufgabe benötigst. Das Pareto Prinzip ist eine Orientierungshilfe bei der Erstellung deiner Prioritätenliste, aber es ist kein allgemein gültiges Konzept. Manchmal ist es sinnvoll, das Pareto Prinzip anzuwenden, in manchen Fällen kann es sich jedoch als kontraproduktiv erweisen. Entscheide immer selbst, bei welchem Projekt du nach den Grundsätzen des Pareto Prinzips vorgehen willst.

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